Macro
UBS-Analysten empfehlen kurzfristige Anleihen angesichts steigender langfristiger Renditen
Analysten des Chief Investment Office von UBS haben den Wert von kurzfristigen und mittelfristigen Anleihen hervorgehoben, da langfristige Staatsanleihen erheblichen Rückgängen gegenüberstehen. Ihre Analyse, veröffentlicht am 18. August, argumentiert, dass die erhöhten Renditen dieser kürzeren Instrumente einen Puffer gegen potenzielle Zinsvolatilität bieten.
Der Hintergrund steigender langfristiger Renditen ist deutlich. Die Rendite der 30-jährigen US-Staatsanleihen überstieg 5,31 %, ein Niveau, das seit 2007 nicht mehr erreicht wurde, während ähnliche Trends weltweit zu beobachten sind, mit einer 30-jährigen deutschen Bundesanleihe, die 3,75 % erreicht, und britischen Staatsanleihen, die sich den Höchstständen der letzten Jahrzehnte nähern. UBS führt diesen Anstieg auf anhaltende Inflationssorgen, fiskalische Herausforderungen durch große Staatsdefizite und eine kürzlich schwache Auktion für langfristige Anleihen zurück, was auf eine sinkende Nachfrage hinweist.
Im Gegensatz dazu bleibt das kurze Ende der Zinskurve relativ stabil. UBS-Analysten stellten fest, dass die Renditen der 2-jährigen und 5-jährigen US-Staatsanleihen erheblich steigen müssten, bevor ihre Einkommensrenditen beeinträchtigt würden. Diese Perspektive verstärkt die früheren Empfehlungen von UBS, die Kunden ermutigen, in qualitativ hochwertige Anleihen mit kurzer bis mittlerer Laufzeit in verschiedenen Währungen zu investieren.
Die Prognose von UBS basiert auf der Überzeugung, dass die Disinflation anhalten wird, was kürzere Laufzeiten begünstigt, selbst wenn die langfristigen Renditen weiter steigen. Sie weisen auch auf enge Kreditspreads im Unternehmensanleihemarkt hin, was auf einen gesunden zugrunde liegenden Markt trotz steigender Zinsen hindeutet. Ihre Strategie betont qualitativ hochwertige Investitionen mit kürzeren Laufzeiten, um das Einkommenspotenzial zu maximieren.
Neue Erkenntnisse von Andrew T. Levin zu Zentralbanken und Anleihenbeständen
Andrew T. Levin, Professor für Wirtschaftswissenschaften am Dartmouth College und ehemaliger Berater der Federal Reserve, argumentiert, dass Zentralbanken maßgeschneiderte Strategien für den Abbau ihrer umfangreichen Anleihenportfolios annehmen sollten, anstatt einen einheitlichen Ansatz für die quantitative Straffung zu verfolgen.
Die Bilanz der Federal Reserve erreichte mit über 8 Billionen Dollar ihren Höhepunkt, wobei etwa 4,6 Billionen Dollar in Staatsanleihen und hypothekenbesicherten Wertpapieren von Agenturen nach 2020 erworben wurden. Derzeit hält die Fed rund 30 % aller ausstehenden Staatsanleihen und -anleihen sowie über 40 % der hypothekenbesicherten Wertpapiere von Agenturen.
Levin betont, dass ein schrittweiser Ansatz zum Abbau dieser Bestände Marktdisruptionen minimieren kann, im Gegensatz zu einer schnellen Straffung, die zu Ertragssteigerungen und Verlusten in der Bilanz führen kann.
Mit Stand Mitte 2023 haben sowohl die Federal Reserve als auch die Europäische Zentralbank mit der quantitativen Straffung begonnen, wobei Prognosen darauf hindeuten, dass der Normalisierungsprozess der Fed bis etwa 2025 andauern könnte. Levin weist darauf hin, dass die einzigartige Zusammensetzung der Portfolios und die Marktbedingungen jeder Zentralbank unterschiedliche Strategien erfordern.
Investoren sollten die Mitteilungen der Zentralbanken im Auge behalten, um Änderungen im Tempo des Abbaus von Vermögenswerten zu verfolgen, da selbst geringfügige Anpassungen erhebliche Auswirkungen auf die Renditen und die Liquidität auf dem Markt haben können.
FAQ
Warum befürworten UBS-Analysten kurzfristige Anleihen?
UBS-Analysten befürworten kurzfristige Anleihen aufgrund der erheblichen Rückgänge bei langfristigen Staatsanleihen und der erhöhten Renditen bei kürzeren Instrumenten, die einen Puffer gegen potenzielle Zinsvolatilität bieten.
Welche aktuellen Trends wurden bei langfristigen Renditen beobachtet?
Die langfristigen Renditen steigen, wobei die 30-jährigen US-Staatsanleihenrenditen 5,31 % überschreiten, und ähnliche Anstiege sind in Deutschland und dem Vereinigten Königreich zu verzeichnen, was auf anhaltende Inflationssorgen und fiskalische Herausforderungen zurückzuführen ist.
Wie vergleichen sich kurzfristige Renditen mit langfristigen Renditen?
Der kurze Teil der Zinskurve bleibt relativ stabil, wobei UBS-Analysten darauf hinweisen, dass die Renditen von 2-jährigen und 5-jährigen US-Staatsanleihen erheblich steigen müssten, bevor ihre Einkommensrenditen beeinträchtigt werden.
Wie ist die Einschätzung von UBS zur Disinflation?
Die Einschätzung von UBS basiert auf der Überzeugung, dass die Disinflation anhalten wird, was kurzfristige Laufzeiten begünstigt, selbst wenn die langfristigen Renditen weiter steigen.
Welche Anlagestrategie empfiehlt UBS?
UBS empfiehlt, in qualitativ hochwertige Anleihen mit kurzer bis mittlerer Laufzeit in mehreren Währungen zu investieren und dabei qualitativ hochwertige Anlagen mit kürzeren Laufzeiten zu betonen, um das Einkommenspotenzial zu maximieren.