BlackRock und JPMorgan verlagern Fokus auf Anleihen aus Schwellenländern angesichts von Druck auf dem Anleihemarkt
BlackRock und JPMorgan haben begonnen, ihre Positionen in Anleihen aus Schwellenländern erheblich zu erhöhen, während sie ihre Exponierung gegenüber US-Anleihen reduzieren. Dieser Wechsel erfolgt, während die globalen Rentenmärkte Turbulenzen erleben, was diese Investmentgiganten dazu veranlasst, nach günstigeren Möglichkeiten zu suchen.
Rick Rieder, Chief Investment Officer für globale Renten bei BlackRock, hat seit Februar 2026 seine Investitionen in US-Investment-Grade- und Hochzinsanleihen zurückgefahren und bessere Bewertungen in Schwellenländern sowie einen schwächeren Dollar angeführt. Ähnlich hat Bob Michele von JPMorgan Asset Management die hohen realen Renditen hervorgehoben, die in lokalen Anleihen von Schwellenländern verfügbar sind, und sieht darin eine überzeugende Investitionsmöglichkeit.
Staatsanleihen aus Schwellenländern haben eine beeindruckende Performance gezeigt, mit Renditen von über 15 % im Jahr 2025, die durch die Abwertung des Dollars und Zinssenkungen der Federal Reserve angetrieben wurden. Diese Performance hat im Laufe des Jahres über 60 Milliarden Dollar an Zuflüssen in verwandte Fonds angezogen. Der Mid-Year-Ausblick von BlackRock im Juli 2026 formalisiert seine Strategie, indem er seine Position in lokalen Währungsanleihen aus Schwellenländern erhöht und Aktien sowie Hartwährungsanleihen auf neutral anpasst.
JPMorgans Michele hat die erhebliche Diskrepanz zwischen nominalen Renditen und Inflation in Schwellenländern hervorgehoben, was lokale Währungen attraktiver macht als Hartwährungen, insbesondere da die Stärke des Dollars voraussichtlich nachlassen wird.
Beide Unternehmen sind jedoch vorsichtig hinsichtlich potenzieller Risiken. Jamie Dimon, CEO von JPMorgan, warnte vor einer drohenden Anleihenkrise, die mit anhaltenden US-Defiziten und geopolitischen Spannungen verbunden ist, was sich negativ auf Anleihen aus Schwellenländern auswirken könnte, falls die US-Zinsen unerwartet steigen. Darüber hinaus könnten laufende geopolitische Probleme, wie Spannungen im Zusammenhang mit dem Iran, zu einem Kapitalabfluss zurück in US-Staatsanleihen führen.
Der Verlauf des Dollars bleibt ein kritischer Faktor; ein stärkerer Dollar könnte die attraktiven Renditen von Anleihen aus Schwellenländern aufgrund von Währungsverlusten zunichte machen. Rieders Strategie beruht auf einer anhaltenden Dollar-Schwäche, um die Attraktivität dieser Investitionen aufrechtzuerhalten.
Da die Kreditspreads in den USA nahe 30-Jahres-Tiefs liegen, erhalten Investoren weniger Entschädigung für das Halten von Unternehmensschulden, was das Interesse an Schwellenländern weiter steigern könnte. Mit einem verwalteten Vermögen von über 10 Billionen Dollar bei BlackRock und JPMorgan als bedeutendem Akteur im Asset Management werden ihre Investitionsentscheidungen voraussichtlich breitere Markttrends beeinflussen.
FAQ
Warum verlagern BlackRock und JPMorgan ihren Fokus auf Schulden aus Schwellenländern?
BlackRock und JPMorgan erhöhen ihre Positionen in Schulden aus Schwellenländern aufgrund besserer Bewertungen und hoher realer Renditen, die in diesen Märkten verfügbar sind, insbesondere da sie ihre Exposition gegenüber US-Anleihen inmitten von Turbulenzen auf den globalen Anleihemärkten reduzieren.
Wie war die Performance von Staatsanleihen aus Schwellenländern in letzter Zeit?
Staatsanleihen aus Schwellenländern haben beeindruckend abgeschnitten, mit Renditen von über 15 % im Jahr 2025, angetrieben durch die Abwertung des Dollars und Zinssenkungen der Federal Reserve.
Welche Risiken sind mit Investitionen in Schulden aus Schwellenländern verbunden?
Investitionen in Schulden aus Schwellenländern bergen Risiken wie potenzielle Kapitalflucht zurück in US-Staatsanleihen aufgrund geopolitischer Spannungen und die Möglichkeit einer Anleihekrise, die mit steigenden US-Zinsen und anhaltenden Defiziten verbunden ist.
Wie beeinflussen die Bewegungen des Dollars Investitionen in Schulden aus Schwellenländern?
Der Verlauf des Dollars ist entscheidend; ein stärkerer Dollar könnte die attraktiven Renditen von Schulden aus Schwellenländern aufgrund von Währungsverlusten negieren, während ein schwächerer Dollar ihre Attraktivität erhöht.
Welche Strategien verfolgen BlackRock und JPMorgan in ihren Anlageansätzen?
BlackRock erhöht seine Position in Schulden aus Schwellenländern in lokaler Währung, während es Aktien und Schulden in harter Währung auf neutral anpasst, während JPMorgan den Unterschied zwischen nominalen Renditen und Inflation in Schwellenländern betont, um Investitionen anzuziehen.
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