Irans Regierung gesteht Geldschöpfung inmitten schwerer Inflationskrise
In einer offenen Eingeständnis hat der stellvertretende Präsident Irans, Mohammad Jafar Qaempanah, bekannt gegeben, dass die Regierung zur Geldschöpfung greift, um ihr Haushaltsdefizit und die Dysfunktion im Bankensektor zu bewältigen. Diese Anerkennung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem Iran mit einer offiziellen Inflationsrate von etwa 52,6 % zu kämpfen hat, während die Lebensmittelpreise zeitweise um über 66 % gestiegen sind.
Qaempanah erklärte, dass etwa zwei Drittel der Inflation auf Ungleichgewichte im Bankensektor zurückzuführen sind, während das verbleibende Drittel aus dem anhaltenden Haushaltsdefizit resultiert. Das iranische Bankensystem hat historisch als eine quasi-fiskalische Einheit fungiert, die oft Kredite auf eine Weise gewährt, die die Grenzen zwischen Geldpolitik und staatlichen Ausgaben verwischt. Folglich, wenn Banken über ihre Einlagen und Reserven hinaus Kredite vergeben, greift die Zentralbank ein, was dazu führt, dass neues Geld in Umlauf kommt, ohne dass eine entsprechende wirtschaftliche Leistung dahintersteht.
Die haushaltspolitische Lage ist ebenso besorgniserregend, da die Defizite seit 2018 mehr als 30 % der geplanten Zahlen übersteigen. Dieses anhaltende Defizit spiegelt den Kampf der Regierung wider, die Einnahmen zu sichern – stark beeinträchtigt durch Sanktionen gegen die Ölexporte – und ihre Verpflichtungen zur Aufrechterhaltung von Subventionen und Ausgaben im öffentlichen Sektor zu erfüllen. Präsident Masoud Pezeshkian hat den Akt der Geldschöpfung direkt mit dem Verlust der Kaufkraft für die normalen Iraner in Verbindung gebracht.
Als Reaktion auf die Krise hat die Regierung Pezeshkian vorgeschlagen, das Wachstum der Gesamtausgaben im Haushalt für das Haushaltsjahr, das im März 2026 beginnt, auf 2 % zu begrenzen, was einen signifikanten Schritt in Richtung fiskalischer Zurückhaltung darstellt. Dieses Limit, gesetzt gegen eine Inflationsrate von über 50 %, stellt jedoch effektiv eine reale Kürzung der Staatsausgaben dar.
Die Einnahmebasis Irans bleibt grundlegend durch internationale Sanktionen, insbesondere solche, die die Ölexporte betreffen, beeinträchtigt, die für die Wirtschaft von entscheidender Bedeutung sind. Während Subventionen für essentielle Güter wie Treibstoff und Lebensmittel große Teile des Haushalts in Anspruch nehmen, bleibt eine Kürzung politisch heikel. Die strukturellen Probleme im Bankensektor bestehen seit Jahrzehnten und erschweren die Bemühungen der aktuellen Regierung.
Während der Rial weiterhin an Wert verliert, wenden sich viele Iraner alternativen Wertspeichern zu, wie Gold, Fremdwährungen, Immobilien und zunehmend auch Kryptowährungen, um ihre Vermögenswerte vor der inländischen Geldpolitik und internationalen Sanktionen zu schützen.
FAQ
Wie hoch ist die aktuelle Inflationsrate im Iran?
Der Iran hat derzeit eine offizielle Inflationsrate von etwa 52,6 %.
Warum greift die iranische Regierung auf Geldschöpfung zurück?
Die iranische Regierung greift auf Geldschöpfung zurück, um das Haushaltsdefizit zu verwalten und Dysfunktionen im Bankensektor zu beheben.
Wie hat der Bankensektor zur Inflation im Iran beigetragen?
Etwa zwei Drittel der Inflation sind auf Ungleichgewichte im Bankensektor zurückzuführen, wo Banken oft Kredite über ihre Einlagen hinaus gewähren, was dazu führt, dass neues Geld in Umlauf kommt, ohne dass eine entsprechende wirtschaftliche Produktion erfolgt.
Welche Maßnahmen schlägt die iranische Regierung vor, um das Haushaltsdefizit zu bekämpfen?
Die Regierung von Pezeshkian hat vorgeschlagen, das Wachstum der Gesamtausgaben im Haushalt für das Haushaltsjahr, das im März 2026 beginnt, auf 2 % zu begrenzen, was effektiv eine reale Kürzung der Staatsausgaben im Vergleich zur hohen Inflation darstellt.
Auf welche Alternativen greifen die Iraner als Reaktion auf die Abwertung des Rial zurück?
Viele Iraner wenden sich alternativen Wertspeichern wie Gold, Fremdwährungen, Immobilien und zunehmend auch Kryptowährungen zu, um ihre Vermögenswerte vor der inländischen Geldpolitik und internationalen Sanktionen zu schützen.
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