Zentralbanker warnen: Dollar-Stablecoins bedrohen monetäre Souveränität
Der wachsende Einfluss dollar-gebundener Stablecoins, insbesondere Tether, hat weltweit Alarmglocken bei Zentralbankern läuten lassen. Institutionen wie die Europäische Zentralbank, die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich und der Internationale Währungsfonds äußern zunehmend Bedenken hinsichtlich der Risiken, die diese Stablecoins für die monetäre Souveränität darstellen.
Ökonomen machen sich seit langem Sorgen über das Phänomen der digitalen Dollarisation, das sich nun durch Stablecoins manifestiert. Jennie Levin, die an Beratungen bei der Bank von England beteiligt ist, hat die dringende Notwendigkeit regulatorischer Maßnahmen hervorgehoben, um dieses Problem anzugehen. Zentralbanken erkennen, dass ihre offiziellen digitalen Währungen möglicherweise nicht effektiv gegen den Aufstieg privater Dollar-Stablecoins ankommen können.
Ein Bericht aus Juni 2025 deutete darauf hin, dass US-Stablecoins die monetäre Souveränität in Regionen wie der Eurozone und Teilen des globalen Südens erheblich untergraben könnten. Wenn Personen in Ländern mit hoher Inflation, wie Argentinien oder Nigeria, ihre lokalen Währungen in Stablecoins wie USDT oder USDC umwandeln, ziehen sie sich effektiv aus ihren nationalen Währungssystemen zurück. Dieser Wandel kann die Auswirkungen der Zinssatzanpassungen der Zentralbanken verringern und die Übertragungsmechanismen der Geldpolitik schwächen, die die Entscheidungen der Zentralbanken mit der breiteren Wirtschaft verbinden.
Forschungen der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich haben gezeigt, dass die Akzeptanz von Stablecoins in Hochinflationsökonomien tendenziell zunimmt, was einen Teufelskreis schafft, in dem die Abwertung lokaler Währungen immer mehr Menschen dazu treibt, Zuflucht in Dollar-Stablecoins zu suchen.
In den USA hat der GENIUS Act, der im Juli 2025 verabschiedet wurde, einen regulatorischen Rahmen geschaffen, der private Zahlungs-Stablecoins gegenüber Einzelhandels-Central Bank Digital Currencies (CBDCs) begünstigt. Dieser Schritt spiegelt eine strategische Entscheidung wider, die globale Reichweite des Dollars zu erhöhen, ohne dass die Federal Reserve eine Infrastruktur für digitale Einzelhandelswährungen entwickeln muss.
Mit der zunehmenden Nutzung von Stablecoins konzentrieren sich die Reserven, die diese Token absichern, zunehmend in US-Staatsanleihen, wobei große Emittenten erhebliche Mengen an kurzfristigen Staatsanleihen halten. Analysen der EZB, der Bank von England und des IWF haben gewarnt, dass signifikante Verschiebungen hin zu Stablecoins in Fremdwährungen nicht nur die Übertragung der Geldpolitik schwächen, sondern auch die Stabilität der Banken gefährden könnten. Wenn Einlagen von lokalen Banken in Stablecoin-Wallets abwandern, schränkt dies die Kreditvergabe der Banken ein und begrenzt weiter die Fähigkeit der Zentralbanken, wirtschaftliche Bedingungen zu beeinflussen.
In den Blick der Zentralbankdiskussionen Ende 2025 rücken mögliche regulatorische Rahmenbedingungen für grenzüberschreitende Stablecoin-Operationen. Die Herausforderung liegt in der Zuständigkeit, da ein in den USA unter dem GENIUS Act ausgegebener Stablecoin weltweit genutzt werden kann, unabhängig von den lokalen regulatorischen Haltungen.
FAQ
Was sind dollar-gebundene Stablecoins?
Dollar-gebundene Stablecoins sind Kryptowährungen, die darauf ausgelegt sind, einen stabilen Wert zu halten, indem sie an den US-Dollar gebunden sind. Beispiele sind Tether (USDT) und USD Coin (USDC).
Warum sind Zentralbanker besorgt über Stablecoins?
Zentralbanker sind besorgt, dass dollar-gebundene Stablecoins die monetäre Souveränität bedrohen, indem sie es Einzelpersonen ermöglichen, sich aus ihren nationalen Währungssystemen zurückzuziehen, insbesondere in Ländern mit hoher Inflation, was die Wirksamkeit der Geldpolitik der Zentralbanken untergraben kann.
Was ist das GENIUS-Gesetz?
Das GENIUS-Gesetz, das im Juli 2025 verabschiedet wurde, etablierte einen regulatorischen Rahmen in den USA, der private Zahlungs-Stablecoins gegenüber Einzelhandels-Zentralbank-Digitalwährungen (CBDCs) begünstigt, um die globale Reichweite des Dollars zu erhöhen.
Wie wirken sich Stablecoins auf lokale Banken aus?
Die Abwanderung von Einlagen von lokalen Banken zu Stablecoin-Wallets begrenzt die Kreditvergabe der Banken, was die Fähigkeit der Zentralbanken weiter einschränken kann, wirtschaftliche Bedingungen durch Geldpolitik zu beeinflussen.
Was diskutieren Zentralbanken Ende 2025 bezüglich Stablecoins?
Zentralbanken konzentrieren sich auf potenzielle regulatorische Rahmenbedingungen für grenzüberschreitende Stablecoin-Operationen und befassen sich mit Herausforderungen im Zusammenhang mit der Zuständigkeit und den Auswirkungen von Stablecoins auf lokale Volkswirtschaften.
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